Zapata - Politik und Kapitalismus Debatte




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12.11.05
Stefan Aust - Der Prügelknabe

Die Tochter des 2002 verstorbenen Herausgebers Rudolf Augstein, hat am vergangenen Donnerstag eine bemerkenswerte Rede auf der Berliner Zeitungskonferenz gehalten; nichts Ungewöhnliches, denkt man.
Dabei kritisierte jedoch die Mitinhaberin des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel" in ungewöhnlich offener und scharfer Weise ihr vermeintlich "bestes Pferd im Stall", Chefredakteur Stefan Aust, der seit 1994 diese Position bekleidet und in sich in letzter Zeit gerade mal öfters mit Vorwürfen um seine Selbstherrlichkeit konfrontiert sah.
Franziska Augstein bemängelte den offensichtlichen Niedergang der politischen Leitkultur beim Nachrichtenmagazin unter der redaktionellen Leitung von Stefan Aust ebenso, wie sie ungewohnt offen die Umstände im Zusammenhang mit dem Verkauf des Berliner Verlages kritisierte.
Der von ihr bemängelte, mediale Sittenverfall und Traditionsverlust wurde prompt durch die verzweifelten Spiegel-Buben bestätigt. Die gute Franziska hat offensichtlich nicht verstanden, dass moderne Publizistik mit investigativem und kritischem Journalismus nichts mehr zu tun hat - embedded Journalism hat Konjunktur, vielleicht sollten es die Spiegel-Angestellten mit Artikeln zu Klingeltönen und Handyspiele probieren, die Werbegelder und Partnerprovisionen sind in diesem Bereich beachtlich.

Posted at 02:26 pm by zapata
 

11.11.05
HTML Fehler: W3C Validator fehlerhaft

Das W3C hat sich über die Jahre wahrhaftig nicht mit Ruhm bekleckert - Spezifikationen und Empfehlungen (z.B. zu HTML 4.01) über Jahre nicht fertiggestellt, derart langsam gearbeitet und reagiert bis sich die Browser-Hersteller abgewendet haben und vieles mehr.
Was machen Träumer mit einer Idee oder Sache die nicht fertifgestellt ist ? Richtig: sie lassen sie unfertig fallen und fangen ein neues Spiel an. Nachdem man über Jahre eine Armada von Skriptkiddies und Freizeitprogrammierer an den reichlich mit Fehlern behafteten W3C-Validator hat herumschrauben lassen, besinnt man sich doch lieber auf die selbst postulierte Web-Zukunft im Bereich XML, XForms, etc.
Man hat es einfach nicht verstanden, normalen Webmastern (und somit 95 Prozent der Webgemeinde) das Prinzip hinter einem sauberen HTML-Code näherzubringen, also schliesst man jetzt Pakt mit den bereits in der New Economy gescheiterten Web2.0-Apologeten und glaubt das wärs. Eine Vervollständigung der entsprechenden Spezifikationen und klarere Linien, sowie die Bereitstellung eines zuverlässig arbeitenden HTML Validator hätte - neben einer verstärkten Öffentlichkeitsarbeit hinsichtlich des Imperativs einer sauberen Markup-Verwendung - für das Web mehr Sinn gemacht.

Stattdessen, wieder endlose Diskussionen, für normale Menschen unverständliches Technikgequatsche und weiterhin ein Web voller inkorrekt kodierte Seiten - selbstverständlich in HTML.
Zwischen Traum und Wirklichkeit klaffen halt meistens riesige Lücken.

Posted at 11:34 am by zapata
 

17.9.05
Die Gesichter der Angela Merkel

Angela Merkel will Bundeskanzlerin werden und so wie es momentan aussieht, könnte sie morgen schaffen. Ab Montag könnte die frustrierte Uckermarkerin das neue Gesicht Deutschlands sein. Frau Merkel hat mehrere Gesichter, die blinde, gekaufte Journaille sieht allerdings nur das Schwarz-Gelbe-Aufschwungsgesicht. Ob der Aufschwung mit ihr kommt, ist fraglich.
Fest steht, dass mit Angela Merkel eine Person (von Frau will ich nicht sprechen) ins Kanzleramt Einzug erhalten könnte, die
  • Schon einmal Mitglied einer Stillstand-Regierung war - "Kohl's Mädchen"
  • Sich mit reaktionär-konservativen, rückwärtsgerichteten Kräften umgibt
  • Keine "Sonne" neben sich duldet, man erinnere sich an die Beseitigung von Friedrich Merz
  • Ausser parteipolitisch - und hier sind Machtspiele und Intrigen gemeint - niemals in verantwortlicher Position Erfolge nachweisen kann

Das adorable babe der deutschen Medienlandschaft wird wohl ziemlich sicher Kanzlerin, wie es derzeit aussieht; sie wird dann sicherlich mit der Presse umgehen wie Kohl. Dann bin ich mal gespannt auf die Berichterstattung der Jubelpresse, die sie ins Amt geschrieben hat.


Posted at 03:50 pm by zapata
 

26.5.05
Vodafone hat Joachim Funk nicht mehr lieb

Ex-Mannesmann Aufsichtsratchef Joachim Funk kann schon mal die angenehmen Vodafone-Privilegien streichen. Der Manager hatte sich anlässlich der Übernahme von Mannesmann durch das britische Mobilfunk-Unternehmen eine Abfindung in Höhe von ehemals 8 Millionen DM gegönnt, indem er sich auf der Schenkungsliste von Vodafone setzten liess.
Der Profi-Abzocker gönnte sich auf Aktionärskosten in Form von lebenslang zu nutzenden Dienstbarkeiten wie eine Sekretärin inklusive repräsentativer Büroräume, sowie Dienstfahrzeug + Fahrer eine kleine Anerkennung für vergangene Tage im Dienste von Mannesmann.
Jetzt wird aber Vodafone wegen Unregelmässigkeiten pressetechnisch durch die Gassen getreten, Joachim Funk kommt auch nicht sonderlich glücklich weg, zudem ihm die Staatsanwaltschaft ab Herbst vermutlich wieder im Nacken sitzt.

Nun hat ihm Vodafone die Privilegien gestrichen, angeblich ohne Einmalzahlungen. 3,1 Mio Euro waren allerdings schon geflossen. Der arme Mann, hoffentlich wird funk jetzt nicht zum Sozialfall !

Posted at 03:50 pm by zapata
 

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